Penny Black
Die erste selbstklebende Briefmarke der Welt, herausgegeben in Großbritannien am 6. Mai 1840. Sie zeigt das Profil der 21-jährigen Königin Victoria, graviert von Charles und Frederick Heath.

Großbritannien · 1840
Penny Black
Überblick
Die Penny Black revolutionierte die weltweite Kommunikation, indem sie das Konzept des im Voraus bezahlten Portos einführte. Vor ihrer Einführung am 6. Mai 1840 zahlten die Empfänger – nicht die Absender – für Briefe, was den Postversand unzuverlässig und teuer machte. Entworfen vom Künstler Henry Corbould und graviert von den Brüdern Charles und Frederick Heath, zeigt die Penny Black ein nach links gerichtetes Profil von Königin Victoria, basierend auf einer Medaille von William Wyon. Das Design wurde auf handgeschöpftem Dickinson-Papier gedruckt, in das als Sicherheitsmaßnahme Seidenfäden eingebettet waren. Ungefähr 68 Millionen Briefmarken wurden auf 11 Platten gedruckt. Da gebrauchte Exemplare die Norm waren, sind ungebrauchte Stücke erheblich seltener und wertvoller. Die Briefmarke wurde im Februar 1841 – nach nur neun Monaten Nutzungszeit – offiziell durch die Penny Red ersetzt, da Stempelungen auf der schwarzen Tinte schwer zu erkennen waren. Wenn Sammler heute ihren Briefmarken Wert ermitteln wollen, gehört die Penny Black zu den bekanntesten Meilensteinen.
Design & Technische Details
Schwarze Tinte auf weißem Papier. Profil von Königin Victoria nach links gerichtet, umgeben von kunstvollem maschinengraviertem Spitzendekor. Oben 'POSTAGE', unten 'ONE PENNY'. Eckbuchstaben identifizieren die Position auf dem Bogen (A-T horizontal, A-L vertikal). Keine Zähnung – die Marken wurden mit der Schere aus den Bogen geschnitten.
Historische Fakten
- Entworfen 1839 nach einem Ausschreiben des Schatzamtes, das Rowland Hill gewann
- Erster Verkaufstag war der 1. Mai 1840, aber erst ab dem 6. Mai gültig
- Gedruckt auf 11 Platten; Platten 11-Marken sind extrem selten
- Ersetzt durch die Penny Red im Februar 1841 für bessere Stempelsichtbarkeit
- Die Eckbuchstaben 'VR' (für Victoria Regina) wurden vorbereitet, aber nie offiziell ausgegeben
- 1994 wurde ein 6er-Block der Platte 77 für 2,98 Millionen Dollar verkauft – Rekord für eine Penny Black
Wie man diese Briefmarke identifiziert
Wenn Sie glauben, eine Penny Black gefunden zu haben, finden Sie hier die wichtigsten Erkennungsmerkmale:
- Keine Zähnung – die Ränder sollten Schnittlinien zeigen, keine Zähne
- Eckbuchstaben sind der Schlüssel zur Identifizierung der Plattenposition (z.B. 'AL' = oben links von Platte A)
- Echte Exemplare haben ein unverwechselbares Wasserzeichen: eine kleine Krone von hinten gesehen
- Stempelungen waren typischerweise rote Malteserkreuze oder handschriftliche Tintenstriche
- Das Papier sollte unter Vergrößerung Seidenfäden zeigen (Sicherheitsmerkmal des Dickinson-Papiers)
- Vorsicht vor gereinigten oder gefälschten roten Penny Reds – echte Schwarze sind tiefschwarz, nicht bräunlich
Häufig gestellte Fragen
Wie viel ist eine Penny Black Briefmarke wert?
Eine gestempelte Penny Black in durchschnittlicher Erhaltung wird typischerweise für 80 bis 500 Dollar verkauft. Prachtstücke erzielen 200 bis 1.500 Dollar. Ungebrauchte Exemplare liegen zwischen 2.000 und über 6.000 Dollar. Außergewöhnliche Stücke auf Brief oder mit seltenen Plattennummern wurden für Hunderttausende Dollar versteigert.
Ist die Penny Black die seltenste Briefmarke der Welt?
Nein. Die Penny Black ist historisch bedeutend, aber nicht die seltenste. Da etwa 68 Millionen gedruckt wurden und Zehntausende überlebt haben, ist sie zwar ein begehrtes Sammlerstück, aber nicht extrem selten. Die seltenste Marke ist die British Guiana 1c Magenta.
Wie erkenne ich, ob meine Penny Black echt ist?
Wichtige Merkmale: keine Zähnung, kleine Krone als Wasserzeichen auf der Rückseite, tiefschwarze Farbe, roter Malteserkreuzstempel. Bei wertvollen Stücken sollten Sie die Briefmarke von Experten prüfen und schätzen lassen.